Pressemitteilung des Ortsvereins

Veröffentlicht am 22.01.2020 in Kommunalpolitik

Max Becker: Wurden Ehrenfeld noch mehr Luxus-Lofts versprochen? 

Stadt muss Veedel für die Menschen entwickeln!

 
Im Dezember wurde das Grundstück des Schrottplatz von Max Becker an der Widdersdorfer Straße an einen Investor verkauft. Mit der absehbaren Entwicklung sieht der SPD-Ortsverein Ehrenfeld die Zukunft unseres Veedels gefährdet. An allen Ecken werden teure Wohnungen gebaut, luxussaniert oder zu Ferienwohnungen zweckentfremdet. Die „Ehrenfelder Mischung“, die unser Veedel ausmacht, kippt. „Für uns ist klar, große Projekte dürfen nicht dem Investoren große Renditen bringen, sondern muss Wohnen in Ehrenfeld bezahlbar machen“, so Bezirksbürgermeister Josef Wirges.
 
Mit einer Anfrage im Stadtentwicklungsausschuss will die SPD-Ratsfraktion Licht in Dunkel bringen. „Was wurde dem Investor versprochen?“, fragt das örtliche Ratsmitglied Conny Schmerbach. Offenbar hat die OB in einem Gespräch eine Entwicklung mit über 200.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche zugesagt. Schmerbach: „Diese Maximal-Verdichtung lehnen wir ab.“
 
Im hochverdichteten Ehrenfeld ist es dringend vonnöten, bei der Entwicklung eines neuen gemischten Quartiers für bezahlbares Wohnen, Leben und Arbeiten ausreichend Grünflächen zur Verfügung zu stellen. „Angesichts der Preisexplosion auf dem Wohnungsmarkt insbesondere in Ehrenfeld muss es Ziel sein, über die 30 %-Quote des Kooperativen Baulandmodells Köln hinaus eine große Anzahl an geförderten und preisgedämpften Wohnungen zu schaffen“, so Wirges. Als Ausgleich für die Aufgabe der bisherigen Industrie-Nutzung ist eine hohe Zahl neuer Arbeitsplätze erforderlich. Der Anschluss des Quartiers an das S-Bahn-Netz muss sichergestellt werden.
 
Erforderlich ist ein Konzept für das gesamte Areal - einschließlich der Fläche der RheinEnergie. Zur Erreichung dieser Ziele muss seitens der Stadt Köln eine aktive Liegenschaftspolitik betrieben werden, z.B. auch bzgl. der künftigen Entwicklung des Dirkes-Areals sowie zum Schutz und weiteren Entwicklung der benachbarten gewerblichen Betriebe östlich des Max-Becker-Areals.
 
Vor diesem Hintergrund stellt die SPD der Verwaltung die Fragen:



 

1. Seit wann sind der Oberbürgermeisterin die Entwicklungsabsichten des privaten Investors bekannt? Wie stellen sich diese konkret dar? Gibt es bereits Zusagen seitens der Verwaltung an den Investor?

 

2. Was unternimmt die Verwaltung, dass die Stadt oder ein stadtnahes Unternehmen (z.B. RheinEnergie) ein Vorkaufs- oder Rückkaufsrecht bzgl. des Max-Becker-Areals oder bzgl. Teilen davon ausübt und seitens des „Konzerns Stadt Köln“ keine weiteren Veräußerungen an den privaten Investors stattfinden? Bemüht sich die Verwaltung darüber hinaus um den Erwerb des Max-Becker-Areals?

 

3. Wie stellt die Verwaltung sicher, dass auf dem Gelände ein hoher Anteil an geförderten, preisgedämpften, genossenschaftlichen und bezahlbaren Werks-Wohnungen sichergestellt wird, so dass die Gentrifizierung in Ehrenfeld nicht weiter angeheizt wird?

 

4. Wie stellt die Verwaltung die notwendige Bildungsinfrastruktur und Verkehrsanbindung, insbesondere mit dem ÖPNV, sicher? Welchen Bedarf an neuen Schulen und Kindertagesstätten löst die Planung des Investors aus und wie wird dieser Bedarf sichergestellt? Wie werden die weiteren Forderungen der BV 4 umgesetzt?

 

5. Wie sichert die Verwaltung die weitere gewerbliche und industrielle Flächennutzung im Umfeld des Max-Becker-Areals ab?

 

Auf Initiative der SPD hat sich die Bezirksvertretung Ehrenfeld bereits in ihrer Sitzung im November 2019 mit der Entwicklung des Geländes befasst und einstimmig einen umfangreichen Beschluss gefasst, wie sie sich die weitere Entwicklung vorstellt. In dem Antrag wird gefordert,  dass die Stadt Köln oder stadtnahe Gesellschaften sich um den Kauf des Geländes bemühen sollen. Die Nutzung soll zukünftig von Wohnen und Gewerbe geprägt sein. Dabei soll ein möglichst hoher Anteil an gefördertem und preisgedämpften Wohnraum verwirklicht werden. Ebenso sollen behinderten- und altengerechtes Wohnen und barrierefreie Wohnungen, Wohnungen für betreutes Wohnen, Wohn- und Pflegeheime einschl. einer Fachausbildungseinrichtung berücksichtigt werden. Es soll Raum für kulturelle und soziokulturelle Einrichtungen geschaffen werden, genau wie ein dringend notwendiger Bürgerpark soll, der alte Baumbestand um den Kugelgasbehälter soll erhalten bleiben. Zusätzlich soll die Ansiedlung von Bildungseinrichtungen geprüft werden und en entsprechender Bebauungsplan aufgestellt werden.

 


Es ist zwingend notwendig, dass umgehend Transparenz geschaffen wird. „Bürgerbeteiligung steht im schwarz-grüne Köln für Ablenkung und Beschäftigung. Währenddessen werden still und heimlich Deals hinter verschlossenen Türen gemacht - das werden wir nicht einfach hinnehmen,“ verspricht die Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung Ehrenfeld, Petra Bossinger.

 

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08.10.2020, 19:30 Uhr - 21:30 Uhr Vorstandssitzung
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