Wir sind gegen das Bewohnerparken in Ehrenfeld

Veröffentlicht am 05.10.2017 in Kommunalpolitik

Parkausweis

von Andreas Pöttgen, Mitglied des Rates der Stadt Köln

Nach diesem Mal ist es Tradition: Die Stadtverwaltung wird mit der Einführung von Bewohnerparken in Ehrenfeld zum dritten Mal scheitern. Nach 2005 und 2007 findet sich keine Mehrheit in der Bezirksvertretung Ehrenfeld für das Bewohnerparken.

Wir haben uns lange und mehrfach im Ortsvereinsvorstand mit dem Konzept der Stadtverwaltung beschäftigt. Dieses sieht vor:

  • Vier Bereiche Bewohnerparken zwischen Innerer Kanalstr./Ehrenfeldgürtel einerseits und Subbelrather Str./Vogelsanger Str. andererseits.

  • Bewohnerinnen und Bewohner erhalten für 30 Euro jährlich einen Parkausweis.

  • Mit dem Parkausweis dürfen Sie in Ihrem Bereich parken.

  • Eine Garantie auf einen Parkplatz bekommen Sie nicht.

Dazu hatte unsere Fraktion in der Bezirksvertretung eine Bürgerinnen- und Bürger-Informationsveranstaltung erwirkt. Auch wenn die offizielle Dokumentation des Abends noch aussteht, waren genügend Genossinnen und Genossen mit offenen Augen und Ohren vor Ort, um festzustellen, dass das Konzept viele nicht überzeugt. So sind auch wir gegen die städtsche Parkplatz-Lotterie. Warum?

  • Idee des Bewohnerparkens ist es, dass weniger Autos im Veedel parken, die nicht Anwohnerinnen und Anwohnern gehören.
  • Eine Untersuchung zeigt, dass nachts der höchste Parkdruck im Veedel ist. Das werden alles Bewohnerinnen und Bewohner sein. Das Bewohnerparken wird nachts also keine Entlastung bringen.
  • Sie dürfen nur in Ihrer Zone parken. Ehrenfeld ist willkürlich in vier Teile zerschnitten, um die städtische Richtlinie zur Größe von Bewohnerparken einzuhalten.

In Randbereichen wird eine Verdrängung in andere Bereiche des Veedels stattfinden. Die Stadtverwaltung erwartet durch das Bewohnerparken Einnahmen in Höhe von 800.000 Euro jährlich.


Über die städtischen Pläne und unsere Positionierung sind wir auf dem Venloer Straßenfest Mitte August ins Gespräch mit dem Veedel gegangen. Über zwei Tage hatten wir einen guten Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern am Stand. Auch darüber, wie wir alternativ die Mobilität in (Neu-)Ehrenfeld fördern wollen. Dabei verfolgen wir die Grundsätze, nicht bevormunden zu wollen, sondern Angebote zu machen. Außerdem wollen wir eine Gleichberechtigung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Wusstet ihr, dass Ehrenfeld das einzige Veedel in Köln ist, in dem mehr Alltagsfahrten mit dem Fahrrad als dem Auto erledigt werden? Auf den verschiedenen Ebenen setzen wir uns daher seit vielen Jahren für die Verbesserung des Radverkehrs ein durch:

  • die Schaffung von Fahrradwegen und Fahrradschutzstreifen
  • die gegenläufige Öffnung von Einbahnstraßen
  • immer mehr Abstellplätze für Fahrräder.

Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass viele auf ein Auto angewiesen sind. Deswegen wollen wir Carsharing (Cambio-Car etc.) im Veedel weiter ausbauen, weiterhin Parkplätze bei Neubauten nachweisen, Quartiersgaragen bekannter machen und Parkplätze von Discountern nachts an Nachbarinnen und Nachbarn vermieten.

 

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Autor: A. Nonümus, Datum: 09.10.2017


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